Krümmels Welt – Teil 1

Erzählt aus dem Pfotenbuch unserer himmlischen Autorin Mickey

Der Rumänische Mini-Rebell trifft ein

Immer viel zu erzählen – damals wie heute.

Ich gebe es offen zu: Als unser Service-Personal diesen winzigen, viel zu lauten Fellknäuel anschleppte, war ich alles andere als begeistert.

Es hieß, der kleine Kerl komme aus Rumänien. Über 1800 Kilometer Fahrt hinter sich. Kein Wunder, dass er die ersten drei Tage fast durch geschlafen hat. So wurde ich in meiner Ruhe auch erst mal nicht weiter gestört.

Unsere Dosis jedenfalls waren sofort hin und weg. Verständlich irgendwie: rotes Fell, riesige Fledermausohren, ein Schwanz wie ein Pfeifenreiniger und dieser Blick, der irgendwo zwischen „Ich bin hilflos“ und „Ich weiß genau, was ich tue“ pendelte.
Von einer „fertigen Katze“ konnte damals wirklich noch keine Rede sein.

Im Waschbecken auf Entdeckungsreise

Nunja, die drei Tage waren um und der kleine Rumänische Fellzwerg drehte auf. So ein Schreihals – den ganzen Tag erzählte er irgendetwas in sämtlichen Tonlagen, die eine Katze offenbar hervorbringen kann. Ehrlich gesagt: Ich habe kein Wort verstanden.

Ich persönlich hatte meine Mutterpflichten zu diesem Zeitpunkt längst erfüllt. Wenn mir meine eigenen Kinder früher auf den Schnurrhaaren tanzten, rief ich einfach Einstein. Er hatte ein wunderbares Talent für väterliche Erziehung, während ich mich den wichtigeren Dingen widmen konnte – zum Beispiel meiner Fellpflege.
Er war ein großartiger Vater. Und ich eine ausgesprochen gute Managerin.

Aber ich schweife ab.

Es hieß, der kleine Kerl komme aus Rumänien. Über 1800 Kilometer Fahrt hinter sich. Ja gut, ich bin etwas beeindruckt. Einen winzigen Moment jedenfalls.

Erst Vitaminpaste mit Abstand….und dann….
…dann ließ er sich von uns auf den Arm nehmen…
…und Krümmel schlief fast 3 Tage mit kleinen Pausen durch…
…und schlief…und schlief…..

Der kleine Rumäne – inzwischen auf den Namen Krümmel getauft – wickelte unser Personal schneller um die Pfoten, als ich „Napfzeit“ denken konnte. Ich beschloss daher, zunächst die kühle, souveräne Distanz zu wahren. Man wird schließlich nicht knapp 25 Jahre alt, indem man sich ständig in neue Kindererziehungsprojekte stürzt.

Interessanterweise war ich mit dieser Haltung nicht allein. Mein Interesse blieb höflich, aber überschaubar und vor allem mit viel Abstand.
Ganz anders Finchen: Sie entwickelte sich praktisch über Nacht zur Nanny. Sie putzte ihn, kuschelte mit ihm, zeigte ihm die wichtigen Regeln des Katzenbüroalltags und nahm seine endlosen Erzählungen geduldig entgegen. Offenbar verstand sie mehr davon als ich.

Heute muss ich zugeben: Das war wahrscheinlich genau das, was der kleine Schreihals brauchte.
Denn aus dem dünnschwänzigen Fledermausohr-Knäuel wurde ein noch selbstbewussterer Kater mit erstaunlicher Stimme, großem Herzen und einer beachtlichen Fähigkeit, Menschen zu organisieren.

Und ich?
Ich habe ihn dann irgendwann doch ins Herz geschlossen. Ganz leise.
Aber das bleibt bitte unter uns.

Wie Finchen sich schließlich zur offiziellen Nanny ernannte, erzählt sie euch am besten selbst. Hier geht es zu Teil 2 von Krümmels Welt

Himmlische Grüße Eure Mickey

Nanny Finchen passt auf Krümmel auf.
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